Was ist das Space Valley Ottobrunn? Forschungsgebiete, Unternehmen, Vision

Was ist das Space Valley Ottobrunn? Forschungsgebiete, Unternehmen, Vision

Was zunächst nach einem neuem Blockbuster Film klingt, ist in der Tat eine Forschungsregion für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie im Ballungsraum München. Das Space Valley setzt sich aus verschiedenen Forschungseinrichtungen der Technischen Universität (TU) München und etablierten Luft- und Raumfahrtunternehmen zusammen und bildet ein einzigartiges Umfeld für Vernetzung und Kooperationen.

Die Metropolregion Münchens als Innovations-Hub

Die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) der unternehmerischen TU München wurde im Frühjahr 2018 gegründet. Geodäsie beschreibt hierbei die „Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche“. Die Forschungsstandorte der Universität spannen sich von Taufkirchen/Ottobrunn über München, Oberpfaffenhofen nach Garching und bilden ein zukunftsorientiertes Forschungsdreieck. Taufkirchen/Ottobrunn bildet den Hauptsitz der neuen Fakultät. Im Standort Garching befindet sich der Forschungscampus der TU München, in Oberpfaffenhofen der Forschungsflughafen und München ist das Stammgelände der TU München.

Vision des Space Valleys

Durch die Vernetzung der Forschungsstandorte im Space Valley soll das Know-how gebündelt und die Vision einer Hightech-Region realisiert werden. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat dem Innovationsstandort seine volle Unterstützung zugesagt und sieht im Space Valley das Potenzial, dass es sich zum primären Raumfahrtstandort in Europa entwickelt.

Das neue Silicon Valley Bayerns für die Luft- und Raumfahrtforschung

Angelehnt an das Silicon Valley im amerikanischen Kalifornien, soll die Namensgebung „Space Valley“ auf einen Innovationsstandort mit hohem Austausch zwischen Forschung und Industrie hindeuten. Die Nähe zu bereits ansässigen Luft- und Raumfahrtunternehmen und internationalen Großkonzernen war entscheidend für die Standortentscheidung der neuen TU Fakultät. In den letzten Jahren haben sich auch immer mehr Tech-Start-Ups in der Metropolregion München angesiedelt und ein einzigartiges Umfeld für Innovation und Spitzenforschung geschaffen. Mit dem Space Valley profitiert die Region von dynamischen Symbiosen zwischen Forschungseinrichtungen und etablierten Firmen mit dem Ziel eine neue wissenschaftliche und wirtschaftliche Kraft freizusetzen. Durch die Kooperationen können die Studierenden ihr Wissen direkt in der Praxis anwenden und es wird ein Raum für Netzwerke geschaffen.

Ein neuer Campus für die Fakultät in Ottobrunn

Die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie der TU München gehört seit Oktober 2021 zur neu gegründeten School of Engineering and Design und soll die größte Fakultät im Bereich der Luft- und Raumfahrt in Europa werden. Michael Klimke ist als Geschäftsführer der neuen Fakultät berufen wurden. Besonders dem Forschungsstandort Taufkirchen/Ottobrunn als Hauptsitz des Departments wird hohes Potenzial vorausgesagt. Im ersten Quartal 2022 wird die Fakultät in ein neu angemietetes 14.000 qm-großes Grundstück in Ottobrunn einziehen. Der dort entstehende Ludwig Bölkow Campus wird in Zusammenarbeit mit in Ottobrunn ansässigen Firmen und Forschungseinrichtungen entstehen und neben Laboren und Versuchshallen auch ein Gründerzentrum beinhalten. Langfristig soll dort ein Universitätscampus für bis zu 4000 Studierende und über 50 Professoren und weitere Hunderte Mitarbeiter erschafft werden. Das Grundstück ist im Besitz des Immobilien Joint Venture Accumulata Real Estate Group und Pamera Real Estate Partners.

Mit dem neuen Campus kommen jedoch auch Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur auf Ottobrunn zu. Die große Zahl an neuen Studierenden und Mitarbeitern brauchen Wohnungsraum und erhöhen den Verkehr in der Gegend.

Strategische Synergien von Wissenschaft und Unternehmen im Space Valley

Neben strategischen Synergien mit Start-Ups, arbeitet die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie bereits unter anderem mit Airbus, der Universität der Bundeswehr, dem Munich Aerospace, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH und MTU Aero Engines AG zusammen.

Auch innerhalb der Münchner Universitäten werden Allianzen zwischen der TU München, der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) und dem Munich Center for Technology in Society (MCTS) im Bereich der Luft- und Raumfahrtforschung geschaffen.

Mission des Space Valleys

Dabei steht als Mission des Space Valley zunächst nicht die Forschung anderer Planeten im Vordergrund, sondern die Erforschung der Erde. Besonders die Wissensaneignung rund um unser Klima ist ein Kernziel. Langfristig sollen im bayrischen Space Valley neue Technologien entwickelt werden, die das Leben auf der Erde bereichern.

Forschungsgebiete und laufende Projekte im Space Valley

Im Fokus des Space Valleys stehen Forschungsbereiche der Erdbeobachtung, Kommunikations-und Satellitentechnik, Fernerkundung und die Forschung an unbemannten Flugkörpern.

Die TU München hat in den letzten Jahren mehrmals an Elon Musks „SpaceX Hyperloop Pod Competition“ teilgenommen und vier Mal in Folge gewonnen. Dabei hat das Studierendenteam der TU München einen Hyperloop Kapsel-Prototyps gebaut und dabei mit mit 482 km/h einen Geschwindigkeitsrekord gesetzt. Hyperloop beschreibt einen Hochgeschwindigkeitszug, der sich mit fast Schallgeschwindigkeit im Teilvakuum durch eine Röhre fortbewegt und wird als das Transportsystem der Zukunft angesehen. Mit einer Hyperloop -Infrastruktur könnte man in 40 Minuten von München nach Berlin reisen. Nun startet die Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie ein eigenes Hyperloop-Forschungsprogramm und plant eine Teströhre am Standort Taufkirchen/Ottobrunn zu installieren.

Des Weiteren erforschen Studierende im interdisziplinären MOVE-III Projekt an der TU München Weltraumschrott und kleinste Meteorit-Partikel, um unsere Erdumgebung besser verstehen zu können. Ein anderes Projekt arbeitet an aeroelastischen Tragflächen für Flugzeuge, um das Fliegen zukünftig effizienter und somit preiswerter und umweltfreundlicher zu machen. Ein Start-Up arbeitet im Space Valley derzeit daran mit Nanosatelliten ein Frühwarnsystem zu entwickeln, um Waldbrände aus dem All eher erkennen zu können.

Der weltweite Raumfahrt-Industrie umfasst ganze 400 Milliarden Dollar und wird in den kommenden Jahrzehnten weiterwachsen und an Bedeutung gewinnen. Das Space Valley in Bayern bietet hierbei die Chance in diesem dynamischen Zukunftsmarkt weltweit vorne dabei zu sein.

Photo by NASA on Unsplash


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